Sie sind hier:

Reisen 2012

Reisen 2011

Reisen 2010

Reisen 2009

Reisen 2008

Reisen 2007

Reisen 2006

Videoliste

Suchen nach:

Allgemein:

Startseite



Berge, Dschungel und ferne Inseln

Unsere Route:
Quito – Amazonasbecken (Coca, Sacha Lodge, Yasuni Nationalpark) – Quito – Calderon – Lagune Cuicocha – El Angel – Paramo Naturreservat – Pujili – Otavalo – Peguche – Quito - Cotopaxi – Limpiopungo See – Latacunga – Baños – Riobamba – Chimborazo – Ingapirca – Cuenca – Nationalreservat – Guayaquil – Galapagos (Insel Santa Cruz, Darwin Forschungsstation, Insel Santa Fe, Insel Bartolome, Insel Seymor, Insel Plaza Sur)

Kurzinfo: Die Republik Ecuador im Nordwesten Südamerikas zwischen Kolumbien und Peru gelegen bietet eine ungeheure Vielfalt, sei es unter geographischen, topographischen, klimatischen oder ethnischen Aspekten.. Vier unterschiedliche Zonen prägen das Land: der westliche Küstenbereich (Costa) besteht aus Schwemmland und einem niedrigen Küstengebirge und wird durch den Río Guayas dominiert. Die zentrale Andenregion (Sierra) umfasst zwei von starkem Vulkanismus geprägte Gebirgsketten und das Hochtal dazwischen. Das östliche Amazonas-Tiefland (Oriente) beginnt an den Osthängen der Anden und umfasst das dünn besiedelte Amazonasbecken. Und etwa 1000 km vor der Küste liegen die Galápagos-Inseln.

In Ecuador, das etwas größer ist als Großbritannien, leben rund 14 Millionen Einwohner, die meisten davon in den Regionen um Guayaquil(3,3 Mio.) und in der Hauptstadt Quito (1,9 Mio.). Insgesamt leben damit über 40 Prozent in den beiden größten Städten. Wobei Guayaquil das Wirtschaftszentrum des Landes mit dem größten Hafen Ecuadors ist.


Links zu einzelnen Teilen des Reiseberichts:
-
Im Amazonastiefland
- Hauptstadt Quito
- El Angel, Paramo-Naturreservat und Otavalo
- Cotopaxi, Limpiopungo See, Markt Pujili, Quilotoa, Banos, Teufelswasserfall
- Chimborazo, Ingapirca, Cuenca, Fahrt Cajas, Guayaquil
- Die Galapagos-Inseln
- Resüme

Alle Bildergalerien
Reisebericht ohne Bilder zum Runterladen mit Tipps und Informationen [98 KB]
Kurzer Filmauschnitt aus Berge, Regenwälder und ferne Inseln, Unterwegs in Ecuador und Galapagos (Teaser, 4 min.)

Lohnenswerte Links zu Ecuador:
- allg. Länderinformation
- Wikipedia
- allg. Reiseführer
- Auf einen Blick
- Auswärtiges Amt
- Exploring Ecuador
- Service-Ecuador.de (Eine Initiative, die einem das Land näher bringt)
- Quito

Reiseveranstalter: TWR Latino Tours
Reiseleiter: Fredy Melo

Landechse. Galapagos


Anreise: Nach rund 20 h von Stuttgart nach Quito über Amsterdam, mit Zwischenlandungen auf den Niederländischen Antillen und in Guajaquil sind wir gegen acht Uhr morgens in Quito gelandet (in Deutschland 15 Uhr). Unser Reiseführer Fredy Melo hat uns abgeholt und ins Hotel San Francisco Quito im Zentrum der Metropole (2,5 Mio. Einwohner, 50 km lang und 5 km breit, von Bergen umgeben, etwa 2800 m hoch gelegen) gebracht. Nach einer kurzen Ruhepause ging es zu Zweit in die Altstadt und zur Kathedrale (beides Weltkulturerbe), um etwas Atmosphäre zu schnuppern und die ersten Aufnahmen und Fotos zu machen – mehr zu Quito gibt es nach unserem Aufenthalt im Amazonas-Becken. Abends reisten dann die weiteren Teilnehmer für unsere „Dschungeltour“ am nächsten Morgen an. Gleich eine erste Änderung. Der Flughafen im Amazonas-Tiefland ist geschlossen, also geht es eine Stunde früher (7.30) zu einem anderen, etwa 2 h nördlich gelegenen Flughafen. So kommen wir noch zu der Gelegenheit einer entsprechenden Fahrt über Dschungelpisten, bevor es mit dem motorisierten Kanu wie geplant weiter geht. Mehr dazu morgen.

Im Amazonasbecken


Früh morgens pünktlich am Flughafen, doch der Abflug verzögert sich: Der Grund, schlechtes Wetter am Zielflughafen. Doch schon knapp eine halbe Stunde später als geplant startete dann das Flugzeug (Flugdauer 25 min.), so dass wir um elf im Amazonas-Becken landeten. In knapp zwei Stunden ging es dann mit dem Bus entlang an größeren und kleineren Städten, Öl- und Gaspipelines und Regenwald nach San Francisco de Orellana, bekannt als Coca. Das Gepäck gut und wasserdicht verpackt folgte die 2-stündige Fahrt in einem motorisierten Kanu den Rio Napo flussabwärts (80 km), weitere 30 Minuten dauerte der Fußmarsch bis an den Lago Pilchicoccha, dem Schwarzwassersee.

Der erhöhte Weg führte dabei durch einen dichten, unter Wasser stehenden Palmenwald. Unterwegs gab die ersten Begegnungen mit zahlreichen kleinen Totenkopfaffen. In Einbaumkanus überquerten wir dann den Schwarzwassersee mit Ziel Sacha Lodge. Übrigens ist diese Gegend laut dem Reiseführer Malariafrei, da das Wasser basisch ist und sich die Mücken darin nicht vermehren können. Stand-by-Malariamittel reichen also. Kritisch wäre es nur, wenn etwa Stürme Anopheles-Mücken aus anderen Gegenden her wehen würden.

Mitten im Dschungel gelegen besitzen die im traditionellen Amazonasstil errichteten Cabañas ein hohes, strohgedecktes Dach und eine überdachte Terrasse. Und man merkt sehr schnell, nicht erst in der Lodge, dass man sich im Regenwald aufhält. Nein, Regen gab es bis dato noch keinen, aber die Temperaturen und besonders die Luftfeuchtigkeit sprechen eine eindeutige Sprache. Spezielle Trockenschränke – unten brennt eine Glühlampe die ganze Zeit und trocknet die Luft – sorgen dafür, dass elektrische Geräte wie Kamera, Handy, Foto oder Notebooks nicht zu schnell den Geist aufgeben. So bleiben diese Geräte - ein Handy braucht sowieso niemand – im Trockenen, was jedoch weniger für die Kamera und den Foto in Frage kommt, sonst gäbe es ja keinen Film und eben keine Fotos. Und das Netbook schlägt sich bisher auch ganz gut – verschwindet nach dem Sichten der Fotos und dem Schreiben des Tagebuchs jedoch wieder im „Trockenen“.



Nach einer Einweisung und einer kürzeren Ruhepause ging es dann erst mal zur Schuhprobe (Gummistiefel) und zum Abendessen (ausgezeichnete Küche, sicherlich nichts zum Abnehmen, und das mitten im Dschungel). Gegen Halb neun folgte dann eine Kanufahrt in die dunkle Nacht hinaus, denn die meisten Tiere sind Nächtens unterwegs. Zu sehen bekamen wir jedoch in dieser ersten Tour wenig, dafür umso mehr zu hören. Dennoch ein Muss, traumhalf diese Stimmung. Am kommenden Morgen geht es dann übrigens um 5.30 Uhr wieder los. Generell ist man früh morgens auf Achse und am späten Nachmittag in die Nacht hinein. Dazwischen wird relaxt, gebadet oder gefischt. Geschwommen übrigens im gleichen See, in dem es auch Alligatoren und Piranhas gibt. Doch auch die sind Nachtaktiv, versicherte man uns.


Tags darauf ging es zuerst mit dem Kanu bei Regen etwa eine Stunde durch den Regenwald und weiter zu Fuß einem nahe gelegenen etwa 45 m hohen Beobachtungsturm, konstruiert um einen alten Kapokbaum. Die Fahrt mit dem Kanu, einfach schön. Der dichte Regenwald, vorbei an Totenkopf- und Kapuzineraffen und der Morbidität des vermodernden Waldes. Von dem Beobachtungsturm aus ließ sich dann die Welt der tropischen Baumwipfel des Regenwaldes studieren, eine ganz andere Welt. Wobei schon der Beobachtungsturm allein sehenswert wäre. Aber der Blick, die Pflanzenwelt in 45 m Höhe, zahlreiche Vögel – leider nur aus der Ferne zu erkennen, dennoch, der Aufstieg lohnt. Bei klarem Wetter kann man in der Ferne die Anden mit ihren Vulkanen Sumaco, Antisana und Cayambe erkennen, das blieb uns aber verwehrt. Wobei die Stimmung im Regenwald bei trübem Wetter besonders interessant ist. Zumal es zwischenzeitlich nicht mehr regnete und es aufklarte. Kurz nach Sonnenaufgang oder kurz vor Sonnenuntergang ist übrigens die beste Zeit um Tukane, Papageie und eine Vielzahl anderer bunter Vögel zu beobachten.

Zurück in der Lodge war erst mal Relaxing angesagt. Eigentlich könnte man es hier deutlich länger als die vier von uns geplanten Tage aushalten. Und das Bad im Schwarzwassersee war wunderbar, bei ca. 25 °C. Und nebenan zogen sie mit Fleischstückchen als Köder Piranhas aus dem Wasser. Aber Menschen scheinen ihnen nicht zu liegen (Fotobeweis siehe rechts oben).



Sacha Lodge

Die Sacha Lodge mit ihren rund 1800 ha Fläche ist das größte private Reservat im Amazonas-Tiefland in Ecuador. Das Schutzgebiet liegt am Yasuni-Nationalpark, es gibt keine Jagd, keine Erdölexploration oder Goldsuche. Im Besitz eines Schweizers lebt man hier im Einklang mit der Natur, dennoch komfortabel, hat man sich doch einen umweltverträglichen Tourismus auf die Fahnen geschrieben. Unterstützt wird auch die einheimische, indinaische Bevölkerung, etwa 60 von Ihnen arbeiten auf der Lodge. Insgesamt stehen 26 Kabinen für Besucher zur Verfügung, denen Regenwald pur mit Kanufahrten, Nachwanderungen, Tier- und Pflanzenbeobachtungen, ein Aussichtsturm und eine Hängebrücke (Baumwipfelpfad), Papageienlecken (im Yasuni-Nationalpark) und vieles mehr geboten werden - und das bei allem gebotenen Komfort, schöne, geräumige Lodges, eine ausgezeichnete Küche, Bar, Leseräume, Bademöglichkeiten im Schwarzwassersee (unbedingt nutzen)…, ohne es dabei aber zu übertreiben. Meine Bewertung: Hinfahren und genießen – absolut empfehlenswert auch der Service und die Menschen. Hinkommen kann man übrigens nur über eine mehrstündige Anreise über den Fluss Napo. Doch das alles organisiert die Sacha Lodge. Ein Manko aber bleibt: Unser Aufenthalt war einfach zu kurz – ruft nach einer Wiederholung.


Nachmittags ging es dann in einem etwa 40-minütigen Fußmarsch durch den Dschungel zu einem etwa 275 m langer Baumkronen-Pfad in Form einer sehr langen Hängebrücke an drei Türmen. Eigentlich nur etwas für Schwindelfreie, aber auch Elke hielt durch und ließ sich diese Ausblicke nicht entgehen. Auch hier gab es Gelegenheit, eine Vielzahl von Tieren und Pflanzen (Epiphyten) zu studieren, die vom Boden aus nur sehr selten sichtbar sind.
Nach dem Abendessen folgte dann noch eine 40-minütige Nachtwanderung mit Taschenlampen, gesichtet wurde eine Tarantel, zahlreiche andere, zum Teil handtellergroße Spinnen, zwei Würgeschlangen, Frösche und Stabheuschrecken. Ein kleiner Einblick was die Nacht im Dschungel so an Insekten bietet.


Am kommenden Tag ging es dann schon frühmorgens (um fünf) zum Yasuni Nationalpark zu zwei Papageien-Lecken, etwa eineinhalb Stunden (mit Einbaum, zu Fuß und motorisiertem Kanu) von der Lodge entfernt. Aus einem Unterstand erwarteten wir in großer Stille (von uns) die Papageien, die üblicherweise zwischen 7 und 8 Uhr eintrudeln Schon auf dem Weg dorthin fing es jedoch an zu regnen. Schlechte Voraussetzungen, dennoch probierten wir es. Und hatten Glück, immerhin neun Aras ließen sich nach einiger Wartezeit beobachten. Etwas verspätet ging es zu einer anderen Stelle, und hier herrschte einfach der Wahnsinn. Nach eiern relativ kurzen Wartezeit von einer halben Stunde kamen zwei Arten von Wellensittichen herunter zu der Lecke. Hunderte mit einem ohrenbetäubenden Lärm, einfach fantastisch. Und erst der Abflug…,mehr davon später auf dem Film.

Insgesamt elf Arten von Papageien, Sittichen und Aras finden sich - sofern man Glück und Geduld hat und völlig still ist - in großer Zahl an den Lehmwänden ein und fressen die mineralhaltige Erde. Zur gleichen Zeit fliegt der Rest der Vögel laut kreischend um die Lehmwand herum oder hält sich in den umliegenden Bäumen auf. Bei idealen Verhältnissen (sonnig und trocken) kommen Hunderte von Papageien hierher, eine Schau aus Klang und Farbe. Sie fressen eine bestimmte lehmhaltige Erde um die giftigen Substanzen in den unreifen Samen zu kompensieren, das ist lebensnotwendig. Deshalb gehen sie das Risiko ein, die sicheren Baumkronen zu verlassen, das wissen natürlich auch Raubvögel und andere Jäger.

Nachmittag fuhren wir übrigens (fünf unverbesserliche und drei Führer) noch einmal hin um eventuell weitere Aras zu beobachten, hatten jedoch kein Glück mehr, der Regen hatte wieder eingesetzt. Dennoch lohnenswert, die Wanderung und Kanufahrt im strömenden Regen, gute Aufnahmen von dem, was den Regenwald halt ausmacht, die Bootsfahrt auf dem Napo… Generell hat es übrigens weniger als erwartet geregnet, immerhin begann die Regenzeit – was aber gar nichts ausmacht.




Elke und der Rest besichtigte u. a. ein in der Lodge beheimatete Schmetterlingshaus, eines der größten Ecuadors. Hier finden sich über 40 einheimische Schmetterlingsarten, es gab viele Informationen über Aufzucht und Lebensbedingungen. Im sogenannten Flugzimmer finden sich hunderte bunter Schmetterlinge, etwa durchsichtige Glasflügel-Schmetterlinge, spektakuläre blaue Monarchen, bemerkenswerte Heliconius-Arten, gelbe Schwalbenschwänze und riesige nachtaktive Bananenfalter um nur einige zu nennen. Und zu beobachten waren auch die kleinsten Affen der Welt, gerade mal etwas größer als eine Hand, und der Nachwuchs etwa Daumengroß.
zur Bildergalerie Amazonastiefland

Quito


Nach den Tagen im Dschungel ist Quito – auf rund 2800 m Höhe gelegen – eine andere Welt. Besiedelt ist die Hochebene bereits seit etwa 1500 v. Chr., die Stadt selbst gründetet die Spanier 1563. Auf dem Programm stand als erstes natürlich ein Spaziergang durch die historische Altstadt, unser Reiseleiter für Quito und den rest der Rundreise war Fredy Melo. Alt Quito wurde übrigens als erste Stadt überhaupt in die Liste des Unesco-Weltkulturerbe aufgenommen und gilt als die älteste Metropole Südamerikas. Prächtig ausgestattete Kirchen die bis ins 16. Jahrhundert zurück reichen, die zentralen Plätze und koloniale Paläste – darunter der Präsidentenpalast - bilden das Umfeld.

Derzeit leben in Quito etwa 2,2 Mio. Einwohner, die Stadt hat eine Länge von rund 45 km und eine Breite von bis zu 5 km. Aufgrund der kolonialen Vergangenheit und der starken Präsenz katholischer Orden ist Quito eine stark vom römisch-katholischen Glauben geprägte Stadt, etwa 92% der Ecuadorianer sind Katholiken, wenn auch des Öfteren in einer besonderen, mit Naturreligionen vermischten Form. zumindest formal Mitglieder der katholischen Kirche, eine Zahl, die auch auf Quito zutreffen dürfte.


In Vergangenheit und Gegenwart haben Erdbeben und Aschefälle Quito häufig heimgesucht, ist die Stadt doch von 14 Vulkanen umgebe. Zerstörte Gebäude in der Altstadt wurden nach Erdbeben mindestens viermal wieder aufgebaut. Der letzte große Vulkanausbruch fand im September 2002 statt.

Einen schönen Blick nicht nur auf Quito bietet sich übrigens vom El Panecillo-Hügel, den wir nach einer ausgiebigen Rast am Plaza San Franciso per Bus erklommen. Zu sehen bekommt man auch die umliegenden Andenkordilliere mit ihren schneebedeckten Bergen.


Rund 15 km nördlich von Quito lag unser nächstes Ziel, die „Mitte der Welt“. Hier teilt der Äquator die Erdkugel in die nördliche und südliche Hemisphäre. Im Inneren des Monumentes befindet sich das Ethnographische Museum, das sich mit den Kulturen des Landes befasst. Das hier liegende, im spanischen Stil erbaute Dorf, beherbergt zahlreiche Geschäfte und Restaurants. Das alles hat nur einen Schönheitsfehler: Denn das Monument liegt gar nicht am Äquator, sondern 144 m zu weit südlich. Man hatte sich damals schlicht vermessen. Also ging es zum „richtigen“ Äquator in ein weiteres Museum, das aber die meisten Besucher gar nicht wahrnehmen. Nun gut, ob die obligatorischen Fotos nun an der richtigen Stelle entstanden oder nicht, merkt daheim keiner. An der richtigen Stelle lassen sich jedoch einige Experimente vornehmen, ein bekanntes: Der Strudel am Abfluss eines Wasserbeckens: Einmal geht es links herum, einmal rechts und direkt am Äquator direkt nach unten. Wobei das alles nur ein Trick ist. Nur kurz: Die sogenannte durch die Erdrotation verursachte Coriolis-Kraft, die dafür verantwortlich sein soll, ist viel zu gering um den Abfluss des Wassers zu beeinflussen.Das hängt von vielen Faktoren ab, etwa von der Form des Abflusses. Und noch viel mehr davon, wie ich das Wasser aus dem Eimer ins Becken schütte und welchen Drall ich ihm damit gebe.

zur Bildergalerie Quito

El Angel, Paramo-Naturreservat und Otavalo


Nach zwei Tagen in Quito ging es gen Norden. Über Calderon und Cuicocha fuhren wir nach El Angel.
Calderon mit seinen über 100.000 Bewohnern ist am ehesten bekannt für die Brotfiguren. Bunt bemalt gibt es sie in vielen Geschäften entlang der Hauptstraße zu kaufen. Wobei nur mehr wenige davon heute mit der Hand geformt werden sondern maschinell hergestellt sind. Es finden sich auch anlassbezogene Motive in Form von Hochzeitspärchen oder Trachtenfiguren sowie Bäume, Tiere oder Krippen. Wir kamen nach einer etwa einstündigen Fahrt von Quito aus nach Calderon und besuchten einen kleinen Laden, in dem die Figuren noch mit Hand hergestellt werden. Und fanden sogar ein schönes Souvenir, zwar nicht aus Salzteig, sondern aus Ton – und das schon zu Beginn der Rundreise.


Weiter ging es in Sichtweite zum erloschenen Vulkan Cayambe (5790 m) via dem gleichnamigen Ort Cayambe – hier überquert man den Äquator – durch eine herrliche Landschaft mit zwei Stopps zur tiefblauen Laguna de Cuicocha, überragt vom Vulkan Cotacachi. Nach einem kurzen Spaziergang erreicht man einen schönen Aussichtspunkt, gelegen auf 3086 m. Die rund drei Kilometer durchmessende Caldera entstand bei einer Eruption vor etwa 3100 Jahren. Seit dieser Zeit ruht der Vulkan, ist jedoch noch aktiv, wie man an Gasausstritten feststellen kann. Der bis zu 200 m tiefe See ist hochgradig alkalisch und beherbergt wenig Leben. Anders auf den Inseln des Sees. Hier findet sich zum Beispiel der silberne Lappentaucher, der sich von Algen ernährt. Rund um den See finden sich auch zahlreiche Pflanzen wie Orchideen, Algaven und vielem mehr. Ein Paradies für Botaniker oder Fotografen .


Weiter ging es dann über El Angel zu einer auf rund 3500 m gelegenen, rustikalen Lodge, am „Ende der Welt“ gelegen. Zum Schluss benötigten wir für 15 km Strecke rund 45 min. Fahrtzeit. Vorher ging es rund zwei Stunden über die Pan America. Zuerst wurde in der Lodge der Holzofen angeschmissen, es war doch schon sehr kühl geworden in dieser Gegend, Temperaturen um Null Grad sind nicht selten. Es folgte ein gutes Essen, dann wurden noch einige Holzscheit nachgelegt, was folgte war ein tiefer Schlaf nach dem doch langen Tag.


Paramo Naturreservat
Heute ging es erst mal in den Nationalpark El Angel, auf über 3600 m gelegen. Besonders die 2 bis 3 m hohen Frailejones-Blumen fallen auf. Nach einer etwa 45 minütigen Fahrt durch wunderschöbe Landschaften und einem etwa einstündigen Fußmarsch erreichten wir den Mirador de Moran auf etwa 4000 m Höhe. Von dort aus hat man einen fantastischen Ausblick, die Grenze zu Kolumbien ist nur noch 20 km entfernt. Die Frailejones-Blumen wachsen pro Jahr übrigens nur rund einen Zentimeter, dran lässt sich ihr Alter also sehr gut abschätzen. Die größten von Ihnen schaffen 10 m, sind also runde 1000 Jahre alt. Die gesamte Landschaft bietet traumhafte Ausblicke, Fotomotive und in der Ferne sahen wir auch den Andenkondor.

Frajelones-Blumen


Zurück in der Polylepis-Lodge folgte einem ausgiebigen Mal (u. a. frische Forellen) eine Wanderung durch einen märchenhaften Polylepiswald mit seinen Lagunen. Eine nicht ganz einfache Tour durch den dichten Wald über glitschige Pfade, durch dichtes Unterholz und hoch zu einemWasserfalle, Dauer immerhin über drei Stunden. Einige von uns verliefen sich auch, schafften es aber vor der Dunkelheit zurück zur Lodge.

Polylepis ist übrigens der lateinische Name von kleinen, windbestäubten Bäume und Sträucher mit Wuchshöhen zwischen einem und sechs Meter und Kronendurchmesser zwischen drei und fünf Metern. Sie besitzen eine rötliche, abblätternde Rinde, einen gewundenen Stamm und kleine, ledrige, meist gefiederten harzbedeckte Blätter. Poly steht für viele und lepsis für Rinde.


Otavalo, Peguche

Früh am Morgen ging es dann erst mal zu viert auf zu dem bereits gestern besuchten Mirador de Moran. Diesmal mit dem Geländewagen, der jedoch auch nicht weiter kam als wie der Bus gestern. Der Grund: starke Regenfälle machten den weiteren Weg unpassierbar. Also ging es zu Fuß im Laufschritt weiter, und das auf 4000 m Höhe. Wir mussten ja pünktlich um acht zurück sein, der Rest der Gruppe wartete für die Weiterfahrt. Also in Rekordtempo zum Aussichtspunkt, zehn Minuten für die Aufnahmen und retour. Und wir waren pünktlich, trotz des nicht eingeplanten Fußmarsches von 25 Minuten. Und es hat sich gelohnt.
Nächstes Etappenziel war der Ort Otavalo. Kurz vor der Stadt machten wir nach etwa drei Stunden Fahrt durch gebirgige Landschaften erst einen Abstecher nach Peguche. Hier finden sich neben geschäftstüchtigen Webern auch indianische Musikgruppen, die ihre Andenmelodien weltweit bekannt machten. Wir liefen jedoch in gut 15 Minuten zu einem etwa 30 m hohen Wasserfall, er soll heilende Kräfte bergen. Die Schamanen nehmen die Energie des Wasserfalls auf bevor Sie kranke Menschen heilen. Heute wurde der Wasserfall jedoch von zahlreichen Schulkindern in Beschlag genommen, die ihn zu einem ausgiebigen und lebhaften Bad nutzen.


10 Minuten mit dem Bus später entfernt erreichten wir dann Otavalo, gelegen in einer Höhe von 2530 m. Der Grund für den Stopp: ein farbenprächtiger Indiomarkt mit Schwerpunkt Ponchos. Hier lohnt der Kauf von Souvenirs, findet man doch nahezu alles und die Konkurrenz ist groß. Auffallend sind vor allem die Farbenpracht der Otavaleños in ihrer traditionellen Kleidung. Hier finden sich Stoffrollen, dicke Decken für kühle Nächte, Wollteppiche, Wandbehänge mit Bildern von Indianern, Bergen und Lamas, bestickten Blusen und Kleider, Strickpullover, lange bunte Gürtel und Bänder…

Bildergalerie El Angel, Paramo-Naturreservat und Otavalo


Otavalo, die Kleinstadt im Norden Ecuadors hat 20.000 Einwohner. Die Hälfte davon sind inzwischen Indichenos. Mit Pullovern und Jacken betrieben sie ein gutes Geschäft. Für ihren neuen Wohlstand haben die Indichenos hart arbeiten müssen. Ohne internationale Kredite und Unterstützung bauten sie ihre Geschäfte auf und sind weltweit aktiv. Über ein Dutzend Exportagenturen, Reisebüros und Vertretungen internationaler Fluggesellschaften sind in den letzten Jahren aus dem Boden geschossen. Die Stadt ist dadurch nicht schöner geworden. Indichenos arbeiten ohne Eile, aber ausdauernd. Nie haben wir in Otavalo die in Europa so verbreitete Hektik empfunden.


Fortsetzung Reisebericht Ecuador, Teil 2

Blick nach Kolumbien